Home

Neuerscheinung!!

 Foto: Tomas Knieper

„Komm jaste mott onn de Koulebersch“, einer von vielen, vielen Mundartbeiträgen im frisch erschienenen Buch „Mir schwätze Platt“ der Mundartinitiative im Kreis Cochem-Zell e. V.  Wer Lust hat, eine Führung durch das Kaulenbachtal in Platt zu erleben, der ist hier genau richtig. Vereinsvorsitzender Dieter Laux bringt dem Leser in seinem Beitrag die Besonderheiten des Kaulenbachtals in seiner Muttersprache, dem Müllenbacher Platt näher.

Das Mundartbuch führt uns auf etwa 250 Seiten zu 74 Ortsgemeinden im Kreis Cochem-Zell. 74 Ortsgemeinden bedeutet, gleich viele Mundarten. Ein Werk, welches den moselfränkischen Dialekt mit seinen örtlichen Ausprägungen für die kommenden Generationen erhält. Ein wundervolles Geschenk für die Weihnachtszeit!

Das Buch wird zum Preis von 15 € einschließlich einer CD angeboten und ist in den Buchhandlungen des Kreises erhältlich. Die Bezugsquellen erfährt man auch telefonisch unter 06542 22285

Schieferverein erhält römische Dachschiefer vom Martberg

 

Auch die Römer deckten schon mit Schiefer

Schieferverein erhält von Pommerner Geschichtsforscher römische Dachschiefer für seine Ausstellung im zukünftigen „Kulturzentrum Schieferregion“.

 

Dieter Laux (li.), Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte und Albert Jung (re.), konnten von  Winzer und Geschichtsfreund Alfred Fuchs aus Pommern fast 2000 Jahre alte römische Dachschiefer für die Ausstellung im Kulturzentrum Schieferregion als Dauerleihgabe entgegen nehmen.

 

 

Eigentlich hatte sich der Pommerner Winzer, Geschichtsfreund und Hobbyarchäologe Alfred Fuchs nie besonders mit der Geschichte des Schiefers als Dacheindeckung beschäftigt. Erst, als Albert Jung ihn im Rahmen einer Führung auf dem Martberg mit dem Vorsitzenden des Schiefervereins aus Müllenbach bekannt machte, erinnerte sich Fuchs an die Grabungen auf dem Martberg, bei denen auch römische Dachschiefer zum Vorschein kamen. Der Grabungsleiter hatte ihm damals erlaubt, einige Steine für seine private Sammlung zu entnehmen, bevor die Grabungsstelle nach der Befundaufnahme wieder überschüttet wurde. Wie der wissenschaftlichen Fachlektüre zu entnehmen ist, wurde der Umgang eines Tempels auf dem Martberg um 200 n. Chr. mit Schiefer eingedeckt. Detailliert heißt es hier: „Auf der halbhohen Mauer des Umgangs standen tragend rote Sandsteinsäulen, sie stützten das Schiefergedeckte Dach des Umgangs“. Das die Römer es verstanden in erstaunlich technisch vollendeter Art neben Ziegeln auch Schiefer als Dacheindeckung zu nutzen, ist auch von Ausgrabungen in Xanten und an der Saalburg sowie der römischen Höhenbefestigung auf dem Mayener Katzenberg bekannt.

Das sich Alfred Fuchs nunmehr dazu entschloss, seine römischen Dachschiefer für die Ausstellung des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte im zukünftigen „Kulturzentrum Schieferregion“ in Müllenbach als Dauerleihgabe zu überlassen, ist Amtsbürgermeister Albert Jung zu verdanken, der sich für diese Leihgabe einsetzte. Schiefervereinsvorsitzender Dieter Laux und Albert Jung konnten nun die Exponate aus dem Bestand von Winzer Alfred Fuchs in Empfang nehmen. Laux freute sich riesig, den Besuchern des Kulturzentrums demnächst die römischen Hinterlassenschaften in der Vereinsausstellung präsentieren zu können. Er dankte Fuchs für sein bemerkenswertes Entgegenkommen. Quasi als Nebenbefund konnte Geschichtsfreund Fuchs auch noch Kopien alter Kirchenakten der Pfarrkirche St. Stephanus in Pommern vorweisen. 1107 gebaut, musste die Kirche 1784 bis 1786 renoviert werden. Eine Rechnung aus dem Jahre 1786 zeigt, dass zur Eindeckung des Kirchenschiffs 125 Reis (1 Reis = Stapel von 2,35 m fertiger Dachschiefer) aus den Gruben bei Müllenbach angeliefert wurden. 15 Reis kamen aus Zell (Wahrscheinlich Altlayer Bachtal).

Schieferverein besucht Martberg

 

Schieferverein auf den Spuren der Kelten und Römer

Vorstandsmitglieder, Wanderführer, Wege- und Kulturwarte des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte aus der Schieferregion Kaulenbachtal, besuchten auf Einladung von Albert Jung und Winzer Alois Schneiders den Martberg.

Foto: Die Mitglieder des Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte mit ihren Gastgebern Albert Jung und Alois Schneiders am Aussichtspunkt Fahrlei, hoch über der Mosel.

 

Begeistert waren die Mitglieder des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte von der informativen Führung durch Albert Jung – beisitzendes Vorstandsmitglied im Martberg Förderverein - die in Pommern begann und über rund 180 Höhenmeter hinauf zur gallorömischen Tempelanlage auf den Moselhöhen führte. Die historische Wegführung des Lenus-Mars-Weg erlaubte immer wieder herrliche Panoramablicke über das Moseltal. Albert Jung berichtete den Schieferfreunden aus seiner neuen Verbandsgemeinde an markanten Punkten sehr detailliert über die keltisch-römische Geschichte des Martbergs und stellte anhand der lebensgroßen Holzskulpturen, welche im Verlauf der Wegführung installiert sind, die verschiedenen Epochen der Besiedelung des „Mons Martis“ vor. Ein besonderes Erlebnis war die Besichtigung der rekonstruierten Tempelanlage auf dem Bergplateau zwischen Pommern und Karden. Die Bauten geben einen Einblick in die Beschaffenheit einer befestigten Großsiedlung, dem so genannten Oppidum, vor fast 2000 Jahren.

Nach der eindrucksvollen Besichtigung sorgte Winzer Alois Schneiders am Aussichtspunkt Fahrlei, hoch über der Mosel, mit der Verkostung des von ihm hergestellten „Schieferland Riesling“ und kleinen Häppchen für den kulinarischen Genuss. Auch Schneiders verbindet eine Freundschaft mit dem Schieferverein. Im vergangenen Jahr hatte er, wie alljährlich, seine Kunden aus ganz Deutschland zum Hoffest nach Pommern geladen. Eines der Highlights des dreitägigen Winzer-Hoffestes war hierbei die Wanderung von Müllenbach durch das Tal des Moselschiefers und die wilde Endert nach Cochem, mit abendlichem, weinseligem Abschluss in Pommern. Etwa 60 Gäste waren begeistert von der Schönheit der Schieferregion Kaulenbachtal sowie der Mühlengeschichte der „Wilden Endert“. Wanderführer Dieter Laux und Hubert Köhn, konnten dabei bleibende Erinnerung bei den Weinfreunden erzeugen. Noch immer, so berichtet Alois Schneiders, werde ich von meinen Gästen auf das Erlebnis „Schiefer und Wein“ im vergangenen Jahr angesprochen. Es gibt sie also doch, die kulturelle und touristische Verbindung zwischen Mosel und Eifelregion.

Der Schieferverein pflegt Freundschaften und Verbindungen. So konnte man bei guten Gesprächen und lustiger Runde, nach einer erlebnisreichen Führung, den Abend in der Straußwirtschaft des Moselwinzers beschließen. Vereinsvorsitzender Dieter Laux dankte den beiden Akteuren und Gastgebern und überreichte jedem eine Schieferschatulle mit „Original Müllenbacher Schieferbrecher“. Mit einem dreifachen „Glück Auf“ verabschiedete man sich am späten Abend. Für alle Beteiligten stand fest: Schiefer, Wein und Kultur, das gehört zusammen.

Copyright © 2016. Verein zum Erhalt der Schieferbergbaugeschichte Müllenbach | All Rights Reserved.